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Willibald Hilgers
 © Willibald Hilgers 2000
Mut zur Freude
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Optimum Gleich Ungleich Individuum Verstrickt Optimal Problem Beliebig?
 
  Wahl Titel Thema Optimum
Gleich Alle 
Menschen 
sind gleich
Dass alle Menschen gleich wie Geschwister sind, ist spätestens seit der französischen Revolution kaum noch zu bestreiten. Sie sind es aber nur, wenn man alles Zufällige von ihnen abzieht. Was dann übrig bleibt, ist das allen Menschen Gemeinsame, was die Menschen zu Menschen macht: Ihr Wesen. Dazu gehören Gefühl, Wille und Verstand. Was diese Vermögen trägt, muss als transzendentale Frage, welche die Grenzen unserer Erkenntnis berührt oder überschreitet, dahinstehen. Nennen wir es "das sittliche Subjekt". Aus der Gleichheit aller Menschen folgt, dass es nicht gut sein kann, einen dem anderen vorzuziehen. 
Ungleich Alle 
Menschen 
sind ver- 
schieden
Seiner Person nach gleicht kein Mensch dem anderen. Unter "Person" ist hier die Gestalt gemeint, in der ein sittliches Subjekt als Mensch in der Welt auftritt. Sie umfasst alles, was am einzelnen Menschen zufällig ist: das ganze biologische und psychische System des Menschen samt allen materiellen und informationellen Beziehungen, die der Mensch zur gemeinschaftlichen Umwelt unterhält. Jeder Mensch versucht, aus dem ihm Gegebenen das Beste zu machen, doch keiner kann einem anderen sagen, was für ihn gut ist. Er muss es selbst herausfinden. Darum ist es gut, wenn der Mensch die Freiheit hat, sein Leben zu gestalten. 
Indivi- 
duum
Der 
einzelne 
ist mehr 
als die 
Gesell- 
schaft
Gewiss  sind zwei Menschen mehr als einer. Was für die Menschen gilt, gilt aber nicht für die Gesellschaft als solche, denn sie ist nichts weiter als das soziale System, das die Menschen verbindet. Jeder einzelne Mensch ist mehr als die ganze menschliche Gesellschaft: Nur der einzelne hat Gefühl, Willen und Verstand. Diesen Mangel der Gesellschaftssysteme versucht man durch Hilfskonstruktionen, etwa den "Wählerwillen", zu beheben. Aber eine Gesellschaft wird durch Ersatzlösungen nicht zum höheren Wesen. Zwar hat die Gesellschaft als soziales System besondere Eigenschaften, doch dies rechtfertigt es nicht, den einzelnen Menschen dem System zu opfern. 
Verstrickt Alles 
hat sein 
Gift
Den Bedürfnissen aller Menschen Rechnung zu tragen, ohne jemanden zu benachteiligen oder gar zu opfern und dabei die Umwelt zu schonen: Allein diese Aufgabe ist schon kaum zu lösen. Damit nicht genug: Alles was geschieht, hat ein Bündel von guten und schlechten Wirkungen, die weit in die Zukunft reichen, ja den Zustand der Welt auf Dauer verändern. Zwar weiß jeder, wie eine ideale Welt aussehen müsste: Freude, Freiheit, Friede, Wohlstand, Gesundheit für alle in einer unversehrten Umwelt und noch mehr - aber niemand hat die Blaupausen, nach der eine Welt, die diese Eigenschaften auszeichnen, konstruiert sein müsste. Gutes und Schlechtes sind unlösbar ineinander verstrickt. Die Aufgabe scheint den Menschen maßlos zu überfordern. 
Optimal Freude 
für alle 
ist 
möglich
Die Unternehmensforschung hat schon vor Jahrzehnten ein Modell entwickelt, anhand dessen sich zeigen und sogar mit mathematischer Exaktheit beschreiben lässt, wie aus beschränkten Mitteln unter einander widerstreitenden Nebenbedingungen der höchstmögliche Gewinn erzielt werden kann. Zur Lösung solcher Optimierungsaufgaben gibt es zahlreiche mathematische Algorithmen und Simulationsverfahren. Dieses Optimierungsmodell entspricht genau der Situation der Welt, wo Gut und Schlecht in einem unentwirrbaren Geflecht ineinander verschlungen sind. Es beweist, dass es einen Zustand gibt, in dem allem im weiten Universum, was sich freuen kann, ein Höchstmaß an Freude zuteil wird. Dieser Zustand, das "universale Optimum", ist das Ziel der Geschichte. 
Problem Die Welt 
ist zu 
chaotisch 
und 
komplex
Im folgenden Text wird sich zeigen, dass die Welt viel zu chaotisch und komplex ist, als dass man den Idealzustand der Welt per Computer ermitteln und dann per Gesetz verordnen könnte. Die Suche nach dem universalen Optimum der Freude ist vielmehr wie die Suche nach der Wahrheit ein schier unendlicher dynamischer Prozess, der bestenfalls zu einer Annäherung ans Ziel führen kann. Aber die Welt ist - auch das wird sich im folgenden zeigen - so beschaffen, da  dieser Prozess erfolgreich sein kann, und zwar desto mehr, je mehr Menschen das Gute wollen. Das Geheimnis liegt in der Tatsache, dass die Welt ein sich selbst ordnendes, regelndes und erhaltendes System ist. 
Beliebig? Mit der 
Beliebig- 
keit der 
Moral ist 
es vorbei
Wenn es also unmöglich ist, hier und jetzt klar zu sagen, was gut oder schlecht sei, ist es dann nicht doch wieder ganz und gar beliebig, was man tut? Es ist wahr, dass es bisher keiner Ethik und keinem Normensystem gelungen ist, eine letzte Begründung zu finden und so der Beliebigkeit zu entgehen. In dem Augenblick indessen, in dem sich zeigt, dass es ein Ziel, und sei es noch so fern und nebelhaft, überhaupt gibt, ist es mit der Beliebigkeit ein für allemal vorbei. Dann kann es nur noch darauf ankommen, alles zu tun, um dem Ziel so nahe wie möglich zu kommen. Da  es geht, ist unser beherrschendes Thema. 
ds
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