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  Willibald Hilgers
©  Willibald Hilgers 2000
Mut zur Freude
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Gut Die 
Tatsache: 
Gut ist 
alles, 
was 
Freude 
macht
Jeder Mensch sehnt sich nach grenzenloser Freude. Aber die Welt ist voller Leid. Ihre Existenz ist nur zu rechtfertigen, weil es ein wenig Freude gibt. Darum ist es gut, das Streben nach Freude zu unterstützen. Wer ihm entgegenwirkt, macht sich die Mitmenschen zu Feinden. Die Folgen können schlimmer sein als Strafe. Aber der Mensch ist frei, sich für oder gegen das Gute zu entscheiden. Er unterliegt vielen Zwängen, aber er hat auch weite Spielräume. Naturgesetze gibt es nur im Denken. 
Optimum Das Ziel: 
Freude 
für alle: 
Maxi- 
mierung 
der 
Freude
Das Streben nach Freude stößt auf Widerstände. Des einen Freud´ ist oft des andern Leid. Doch alle Menschen haben gleichermaßen Anspruch auf Freude, denn alle sind ihrem Wesen nach gleich. Andererseits ist jeder Mensch der Person nach einzigartig. Es kommt also darauf an, die Freude in der Welt zu maximieren, dabei die überaus gegensätzlichen Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen und dafür zu sorgen, dass niemand über Gebühr benachteiligt wird. Dies ist eine klassische Optimierungsaufgabe - die schwierigste von allen denkbaren. 
Chaos Das 
Problem: 
Die Welt 
ist 
komplex 
und kon- 
tingent
Das größte Problem bei der Maximierung der Freude ist die äußerste Komplexität und Zufallsbedingtheit der Welt. Sie erscheint uns chaotisch. Wir möchten sie nach unseren Wünschen ordnen und planen. Jedermann weiß, wie eine ideale Welt aussehen müsste, aber niemand hat die Konstruktionspläne. Ja, je ehrgeiziger und umfassender der Plan, desto sicherer ist sein Scheitern. Abermillionen Menschen wurden Utopien geopfert. Wer soziale Gerechtigkeit per Gesetz verspricht, weiß nicht, wovon er redet, oder er lügt. 
Ordnung Die 
Lösung: 
Selbst- 
organi 
sation
Die Natur hat uns ohne unsere "ordnende Hand" hervorgebracht. Sie hilft uns bei der Lösung unseres Optimierungsproblems, denn sie hat die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren, zu regeln und zu erhalten. Unser begriffliches Denken versagt vor der Komplexität, aber unsere Intuition - selbst ein Kind der Selbstorganisation unseres Denkens - kann Komplexität meistern. Und unser Gewissen - die sittliche Intuition - ist der zuverlässigste Kompass auf der Suche nach dem Guten. Die Missweisung ist unbedeutend, denn die Richtung stimmt. Der Rest regelt sich selbst. 
Moral Die 
Überra- 
schung: 
Moral ist 
die 
treueste 
Dienerin 
der 
Freude
Weltbeglückungspläne scheitern, nur Selbstorganisation kann uns helfen. Darum liegt die Macht nicht in den Händen weniger Privilegierter, sondern beim einzelnen Menschen und seiner moralischen Haltung. Die ganze Moral besteht darin, das Sittengesetz gewissenhaft zu erfüllen und dadurch die Freude im Universum zu mehren. Moral erweist sich so als Dienerin der Freude und nicht als deren Widersacherin. Die Normen der Gesellschaft dagegen, das Recht, machen das Verhalten von Menschen berechenbar und bilden die gesellschaftlichen Strukturen, die den Prozess der "moralgesteuerten" Selbstorganisation tragen. Sie begründen keine Moral, sondern spiegeln nur die Moral der Menschen, aber auch die Macht der Feinde der Freude wider. 
Feinde Feinde 
der 
Freude: 
Angst 
vor dem 
Chaos, 
falsche 
Prophe- 
ten und 
falsche 
Ideale
Aus Angst vor dem Chaos, als das uns die Welt erscheint, unterwerfen wir uns freudlosen Zwängen auf der Suche nach trügerischer Sicherheit, statt dem Leben zu vertrauen und die notwendigen Risiken einzugehen. Denn unsere einzige Sicherheit ist die Welt selbst, die uns hervorbringt, versorgt und erhält. Die zweite Art Feinde sind die falschen Propheten, die Machthaber, Gesetzeslehrer und Demagogen, die uns vorgaukeln, sie könnten uns in ein besseres Leben führen, aber unsere Erwartungen nur für ihre Zwecke missbrauchen. Eine dritte Art Feinde sind Selbstsucht und falsche Ideale wie der Aberglaube an die Gewalt oder an Geld und Besitz. Wir vergeuden unsere kostbare Lebenszeit auf der Jagd nach fragwürdigen Zielen und berauben uns selbst der Lebensfreude, die uns die Kraft gibt, Anstrengungen, Übel und Leiden zu überstehen. 
Freude Quellen 
der 
Freude
Der Mensch ist grenzenlose Leere, die sich nach Erfüllung durch ebensolche Freude sehnt. Auch das Leben des einzelnen ist ein Optimierungsprozess, der auf Maximierung der Freude zielt. Die Natur gibt uns dafür die bestmöglichen Gaben mit auf den Weg. Die Welt ist kein Uhrwerk, das unser Leben Stunde um Stunde bestimmt. Die Natur und auch die Gesellschaft tragen und erhalten uns mehr als wir ahnen. Wir müssen nicht alles ängstlich kontrollieren. Wir brauchen nur unserem unverfälschten Gewissen zu folgen. Die Feinde der Freude haben nur die Macht, die wir ihnen einräumen. Das schließt indes nicht aus, dass wir Unglück, Verluste, Krankheit und schließlich den Tod erleiden. Doch wenn wir aus allem das beste machen, können wir am Ende sagen: Das Leben hat sich gelohnt. Und nichts kann uns hindern zu glauben, dass alles Leben in ewige Freude mündet. 
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