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| Wahl |
Titel |
Hauptteil Thema Überblick |
| Gut |
Die
Tatsache:
Gut ist
alles,
was
Freude
macht |
Jeder Mensch sehnt sich nach grenzenloser
Freude. Aber die Welt ist voller Leid. Ihre Existenz ist nur zu rechtfertigen,
weil es ein wenig Freude gibt. Darum ist es gut, das Streben nach Freude
zu unterstützen. Wer ihm entgegenwirkt, macht sich die Mitmenschen
zu Feinden. Die Folgen können schlimmer sein als Strafe. Aber der
Mensch ist frei, sich für oder gegen das Gute zu entscheiden. Er unterliegt
vielen Zwängen, aber er hat auch weite Spielräume. Naturgesetze
gibt es nur im Denken. |
| Optimum |
Das Ziel:
Freude
für alle:
Maxi-
mierung
der
Freude |
Das Streben nach Freude stößt
auf Widerstände. Des einen Freud´ ist oft des andern Leid. Doch
alle Menschen haben gleichermaßen Anspruch auf Freude, denn alle
sind ihrem Wesen nach gleich. Andererseits ist jeder Mensch der Person
nach einzigartig. Es kommt also darauf an, die Freude in der Welt zu maximieren,
dabei die überaus gegensätzlichen Bedürfnisse der Menschen
zu berücksichtigen und dafür zu sorgen, dass niemand über
Gebühr benachteiligt wird. Dies ist eine klassische Optimierungsaufgabe
- die schwierigste von allen denkbaren. |
| Chaos |
Das
Problem:
Die Welt
ist
komplex
und kon-
tingent |
Das größte Problem
bei der Maximierung der Freude ist die äußerste Komplexität
und Zufallsbedingtheit der Welt. Sie erscheint uns chaotisch. Wir möchten
sie nach unseren Wünschen ordnen und planen. Jedermann weiß,
wie eine ideale Welt aussehen müsste, aber niemand hat die Konstruktionspläne.
Ja, je ehrgeiziger und umfassender der Plan, desto sicherer ist sein Scheitern.
Abermillionen Menschen wurden Utopien geopfert. Wer soziale Gerechtigkeit
per Gesetz verspricht, weiß nicht, wovon er redet, oder er lügt. |
| Ordnung |
Die
Lösung:
Selbst-
organi
sation |
Die Natur hat uns ohne unsere
"ordnende Hand" hervorgebracht. Sie hilft uns bei der Lösung unseres
Optimierungsproblems, denn sie hat die Fähigkeit, sich selbst zu organisieren,
zu regeln und zu erhalten. Unser begriffliches Denken versagt vor der Komplexität,
aber unsere Intuition - selbst ein Kind der Selbstorganisation unseres
Denkens - kann Komplexität meistern. Und unser Gewissen - die sittliche
Intuition - ist der zuverlässigste Kompass auf der Suche nach dem
Guten. Die Missweisung ist unbedeutend, denn die Richtung stimmt. Der Rest
regelt sich selbst. |
| Moral |
Die
Überra-
schung:
Moral ist
die
treueste
Dienerin
der
Freude |
Weltbeglückungspläne
scheitern, nur Selbstorganisation kann uns helfen. Darum liegt die Macht
nicht in den Händen weniger Privilegierter, sondern beim einzelnen
Menschen und seiner moralischen Haltung. Die ganze Moral besteht darin,
das Sittengesetz gewissenhaft zu erfüllen und dadurch die Freude im
Universum zu mehren. Moral erweist sich so als Dienerin der Freude und
nicht als deren Widersacherin. Die Normen der Gesellschaft dagegen, das
Recht, machen das Verhalten von Menschen berechenbar und bilden die gesellschaftlichen
Strukturen, die den Prozess der "moralgesteuerten" Selbstorganisation tragen.
Sie begründen keine Moral, sondern spiegeln nur die Moral der Menschen,
aber auch die Macht der Feinde der Freude wider. |
| Feinde |
Feinde
der
Freude:
Angst
vor dem
Chaos,
falsche
Prophe-
ten und
falsche
Ideale |
Aus Angst vor dem Chaos, als
das uns die Welt erscheint, unterwerfen wir uns freudlosen Zwängen
auf der Suche nach trügerischer Sicherheit, statt dem Leben zu vertrauen
und die notwendigen Risiken einzugehen. Denn unsere einzige Sicherheit
ist die Welt selbst, die uns hervorbringt, versorgt und erhält. Die
zweite Art Feinde sind die falschen Propheten, die Machthaber, Gesetzeslehrer
und Demagogen, die uns vorgaukeln, sie könnten uns in ein besseres
Leben führen, aber unsere Erwartungen nur für ihre Zwecke missbrauchen.
Eine dritte Art Feinde sind Selbstsucht und falsche Ideale wie der Aberglaube
an die Gewalt oder an Geld und Besitz. Wir vergeuden unsere kostbare Lebenszeit
auf der Jagd nach fragwürdigen Zielen und berauben uns selbst der
Lebensfreude, die uns die Kraft gibt, Anstrengungen, Übel und Leiden
zu überstehen. |
| Freude |
Quellen
der
Freude |
Der Mensch ist grenzenlose Leere,
die sich nach Erfüllung durch ebensolche Freude sehnt. Auch das Leben
des einzelnen ist ein Optimierungsprozess, der auf Maximierung der Freude
zielt. Die
Natur gibt uns dafür die bestmöglichen Gaben mit auf den Weg.
Die Welt ist kein Uhrwerk, das unser Leben Stunde um Stunde bestimmt. Die
Natur und auch die Gesellschaft tragen und erhalten uns mehr als wir ahnen.
Wir müssen nicht alles ängstlich kontrollieren. Wir brauchen
nur unserem unverfälschten Gewissen zu folgen. Die Feinde der Freude
haben nur die Macht, die wir ihnen einräumen. Das schließt indes
nicht aus, dass wir Unglück, Verluste, Krankheit und schließlich
den Tod erleiden. Doch wenn wir aus allem das beste machen, können
wir am Ende sagen: Das Leben hat sich gelohnt. Und nichts kann uns hindern
zu glauben, dass alles Leben in ewige Freude mündet. |
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