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Willibald Hilgers
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Glossar

Dieses Glossar ist weder ein Stichwortverzeichnis noch eine Liste von Definitionen. Es zeigt nur wesentliche Aspekte der Begriffe auf, die im Textteil verwendet werden.
Das Glossar ist leider noch sehr unvollständig, wird aber laufend ergänzt. 

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y

A

B

Bosheit
Es ist nicht ganz leicht zu verstehen, warum in aller Welt überhaupt ein Mensch böse sein mag ("mysterium iniquitatis"). Dennoch ist die Welt voller Übel und Bosheit, weil die Freude des einen oft mit dem Leid des anderen verbunden ist und weil es Gewalt, die unbegreifliche Lust am Quälen und Zerstören, gibt. Sie ist das Übel, das keine Rechtfertigung kennt. Indes, der Hauptgrund für die zahllosen Schlechtigkeiten, die Menschen begehen, sind weniger das Treiben der Böswilligen als die Unwissenheit und die Schwäche der Gutwilligen bei der Umsetzung des Guten in die Tat, die Trägheit, Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit. Diese Untugenden werden durch das ganze Lebensumfeld des Menschen mit seinen Irrwegen, Moden und Unsitten sowie durch den angeborenen Selbsterhaltungstrieb, der oft in Selbstsucht ausartet, gefördert. Kein Mensch kann sich diesen negativen Einflüssen entziehen (Erbsünde, Ursünde, original sin).

C

D

Denken
    Begrifflich-verbales Denken
    Intuitives (nonverbales) Denken
    Denken als Wesensschau

E

F

Freiheit

Freude
Freude und Leid sind die entgegengesetzten Skalenbereiche der gefühlsmäßigen Bewertung von Zuständen, in die jemand verwickelt ist. Gut ist, den Gesamtzustand der Welt so zu verändern, daß ihr gefühlsmäßiger Wert auf der Skala - insgesamt und für alle fühlenden Wesen gesondert - möglichst weit in Richtung Freude verschoben wird. 

G

Gewalt
Gewalt ist eine besonders schwere und moralisch nicht zu rechtfertigende Art des Zwangs. -
Mehr sollte man in den Begriff "Gewalt" nicht hineininterpretieren. Gewalt gehört zusammen mit Macht, Zwang, Recht, Moral und Frieden zu einem Komplex, in dem alles mit allen verknüpft ist, so dass die Begriffe nie scharf abgrenzbar sind. 

Gewissen
    Gewissen als sittliche Intuition
    Gewissen und Irrtum
Lokale Links: Das Gewissen und seine Bedeutung

H

Hörigkeit
Lokale Links: Texte zu Chaos

I

Intuitives Denken
Lokale Links: Texte zu Chaos

J

K

Klassenkampf
Klassenkampf ist die Perversion des christlichen Liebesgebots, weil er die Pflicht zu teilen in das Recht verkehrt, jeden, der nicht teilen will, zu berauben. Am Ende steht der Kampf aller gegen alle, weil jeder genug Gründe findet, sich als "Armen" zu betrachten. Die Klassenkampfidee ist eine geistige Atombombe.

L

M

Macht
Macht ist die Fähigkeit auf den Lauf der Dinge einzuwirken. Jeder Mensch hat Macht, der eine mehr, der andere weniger, je nach Körper-, Seelen-, Geistes-, Wirtschafts-, Informations-, immaginations-, Innovations-, Überzeugungskraft und mehr. Menschen können ihre Macht an einzelne Menschen, Gruppen oder Institutionen übertragen oder sich zu einer Organisation zusammenschließen, um mit der vereinigten Macht ihre Zwecke besser erreichen zu können, wenn die Beteiligten erwarten, dass es für sie von Vorteil ist. 

Mehr sollte man in den Begriff "Macht" nicht hineininterpretieren. Macht gehört zusammen mit Zwang, Gewalt, Recht, Moral und Frieden zu einem Komplex, in dem alles mit allen verknüpft ist, so dass die Begriffe nie scharf abgrenzbar sind. 

Mensch

Moral
Lokale Links: Texte zu Moral


 

N

Naturgesetze
Die Wirklichkeit ist offenbar erschreckend chaotisch. Wir versuchen, uns dadurch zu retten, daß wir uns von ihr ein vereinfachtes Modell entwerfen, mit dem wir umgehen können. Dabei hilft uns die Tatsache, daß ähnliche Dinge sich in ähnlicher Umgebung ähnlich verhalten. Es gibt ja keinen Grund, daß sie etwas anderes tun. Wenn wir wissen, welche Art Ding wir vor uns haben, können wir erwarten, daß es sich artgerecht verhält - als ob es einem Gesetz folgte. So wird die Zukunft für uns in etwa berechen- und beherrschbar. Die "Naturgesetze" sind also Hilfskonstruktionen unseres Denkens. Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern so, wie wir sie uns in unserem Gedankenmodell zurechtlegen. Keiner unserer Pläne ist vor Überraschungen sicher. 

Neuronale Netze

O

Optimierung

P

Politiker
Es ist nicht Aufgabe der Politiker, dem Volk seine Augenblickswünsche zu erfüllen, sondern herauszufinden und zu tun, was die Menschen wollten, wenn sie die Informationen eines Spitzenpolitikers mit seinen kundigen Beratern hätten und dazu genügend Zeit, über die anstehenden Probleme nachzudenken. Wer als Politiker eine vernünftige Maßnahme durchsetzt, macht vernünftige Politik, mag sie auch den Bürgern nicht gefallen. Er sollte nicht vor dem Unmut der Wähler zurückschrecken, sondern sie überzeugen. Gelingt ihm das, wird er trotz seiner Politik wiedergewählt - wenn nicht gar ihretwegen erst recht, denn nichts überzeugt mehr als Erfolg.

Q

R

S


Schmetterlingseffekt
Nicht die Unüberschaubarkeit der Welt allein macht sie unberechenbar, sondern noch mehr die Tatsache, dass sie von zahllosen Verzweigungspunkten durchsetzt ist, an denen eine unmessbar kleine Verschiebung der Gewichte darüber entscheidet, welchen von zwei oder mehr möglichen Pfaden ein System einschlägt. Der Fingerdruck eines Weichenstellers bestimmt, ob ein Zug mit tausend Menschen und vielen hundert Tonnen Gewicht etwa von Köln aus nach Berlin oder aber nach Paris oder Mailand fährt. In der Wetterkunde spricht man zwar scherzhaft, aber doch mit sehr realem Hintergrund, vom "Schmetterlingseffekt": Wenn in Tokio ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, kann er in einer labilen Umgebung bewirken, dass ein Taifun, der auf die chinesische Küste zu rast, abgelenkt wird und in den Nordpazifik abdreht. Darum sind Wettervorhersagen über, sagen wir, fünf Tage hinaus fragwürdig, selbst dann, wenn sie mit den schnellsten Computern der Welt berechnet wurden. Meistens ist irgendwo ein "Schmetterling" versteckt, der für Überraschungen sorgt. Das gilt nicht allein für die Wetterkunde, sondern für alle Lebensbereiche, besonders für die Politik: Schnell kann es aus nichtigen Gründen zu Streitigkeiten kommen, die sich zu Kriegen auswachsen bis hin zum Einsatz von Nuklearwaffen.

Sittliches Subjekt
Das sittliche Subjekt ist das, was übrig bleibt, wenn man den Menschen aller materiellen Attribute entkleidet: der Wesenskern des Menschen, Orientierungszentrum und Aktionsquelle (D. Laing), die punktförmige, nicht ausgedehnte Mitte unseres wahren Selbst. Was nun dieser Wesenskern ist, ob Geist, Materie oder was sonst, ist letztlich eine transzendentale Frage. Solange man unterstellt, der Geist sei nur eine Nebenerscheinung materieller Vorgänge, kann man nicht ausschließen, dass auch die sittlichen Entscheidungen deren zwangsläufige Ergebnisse darstellen und das sittliche Subjekt eine Täuschung ist. Dann wäre die Freiheit ein leerer Wahn. Diese These lässt sich zwar nicht widerlegen, aber ebenso wenig beweisen. So unbefriedigend das für einen wissenschaftlich denkenden Menschen auch sein mag: Es bleibt nichts anderes übrig, als sich dafür oder dagegen zu entscheiden.

System

T

transzendent(al)
Transzendental sind solche Sachverhalte, welche die Grenzen unserer Erkenntnis berühren oder überschreiten. Ein Sachverhalt ist transzendent, wenn er jenseits, und immanent, wenn er diesseits der Grenzen unserer Erkenntnis liegt. Transzendental ist ein Sachverhalt auch dann, wenn er die Grenzen unserer Erkenntnis berührt, so dass wir nicht "dahinter kommen". 

Beispiele: Ob das Ich ohne seine materielle Grundlage auskommt, etwa weil es geistige Substanz besitzt, ist eine jener transzendentalen Fragen, auf die man auf wissenschaftlichen Wegen vielleicht nie eine schlüssige Antwort findet, wie es auch bei diesen Problemen der Fall ist: Was ist Leben? Was ist Schlaf? Was ist Schwerkraft? Gibt es mehr als ein Universum? Ist der Mensch eine rein materielle Kreatur, die erst durch Tod und Auferstehung zum Geist wird?

Lokale Links: Texte zu Chaos

U

V

W

X

Y

Z

Zeit

Zwang
Zwang ist jeder Eingriff in die materiellen, informationellen und sozialen Bezüge einer menschlichen Person gegen deren Willen. 

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