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Glossar
Dieses Glossar ist weder ein
Stichwortverzeichnis noch eine Liste von Definitionen. Es zeigt nur wesentliche
Aspekte der Begriffe auf, die im Textteil verwendet werden.
Das Glossar ist leider noch sehr unvollständig, wird aber laufend
ergänzt.
A
B
Bosheit
Es ist nicht ganz leicht
zu verstehen, warum in aller Welt überhaupt ein Mensch böse sein
mag ("mysterium iniquitatis"). Dennoch ist die Welt voller Übel und
Bosheit, weil die Freude des einen oft mit dem Leid des anderen verbunden
ist und weil es Gewalt, die unbegreifliche Lust am Quälen und Zerstören,
gibt. Sie ist das Übel, das keine Rechtfertigung kennt. Indes, der
Hauptgrund für die zahllosen Schlechtigkeiten, die Menschen begehen,
sind weniger das Treiben der Böswilligen als die Unwissenheit und
die Schwäche der Gutwilligen bei der Umsetzung des Guten in die Tat,
die Trägheit, Bequemlichkeit und Gedankenlosigkeit. Diese Untugenden
werden durch das ganze Lebensumfeld des Menschen mit seinen Irrwegen, Moden
und Unsitten sowie durch den angeborenen Selbsterhaltungstrieb, der oft
in Selbstsucht ausartet, gefördert. Kein Mensch kann sich diesen negativen
Einflüssen entziehen (Erbsünde, Ursünde, original sin).
C
D
Denken
Begrifflich-verbales
Denken
Intuitives
(nonverbales) Denken
Denken
als Wesensschau
E
F
Freiheit
Freude
Freude und Leid sind die
entgegengesetzten Skalenbereiche der gefühlsmäßigen Bewertung
von Zuständen, in die jemand verwickelt ist. Gut ist, den Gesamtzustand
der Welt so zu verändern, daß ihr gefühlsmäßiger
Wert auf der Skala - insgesamt und für alle fühlenden Wesen gesondert
- möglichst weit in Richtung Freude verschoben wird.
G
Gewalt
Gewalt ist eine besonders
schwere und moralisch nicht zu rechtfertigende Art des Zwangs. -
Mehr sollte man in den Begriff
"Gewalt" nicht hineininterpretieren. Gewalt gehört zusammen mit Macht,
Zwang, Recht, Moral und Frieden zu einem Komplex, in dem alles mit allen
verknüpft ist, so dass die Begriffe nie scharf abgrenzbar sind.
Gewissen
Gewissen
als sittliche Intuition
Gewissen
und Irrtum
Lokale Links: Das
Gewissen und seine Bedeutung
H
Hörigkeit
Lokale Links: Texte
zu Chaos
I
Intuitives Denken
Lokale Links:
Texte
zu Chaos
J
K
Klassenkampf
Klassenkampf ist die Perversion
des christlichen Liebesgebots, weil er die Pflicht zu teilen in das Recht
verkehrt, jeden, der nicht teilen will, zu berauben. Am Ende steht der
Kampf aller gegen alle, weil jeder genug Gründe findet, sich als "Armen"
zu betrachten. Die Klassenkampfidee ist eine geistige Atombombe.
L
M
Macht
Macht ist die Fähigkeit
auf den Lauf der Dinge einzuwirken. Jeder Mensch hat Macht, der eine mehr,
der andere weniger, je nach Körper-, Seelen-, Geistes-, Wirtschafts-,
Informations-, immaginations-, Innovations-, Überzeugungskraft und
mehr. Menschen können ihre Macht an einzelne Menschen, Gruppen oder
Institutionen übertragen oder sich zu einer Organisation zusammenschließen,
um mit der vereinigten Macht ihre Zwecke besser erreichen zu können,
wenn die Beteiligten erwarten, dass es für sie von Vorteil ist.
Mehr sollte man in den Begriff
"Macht" nicht hineininterpretieren. Macht gehört zusammen mit Zwang,
Gewalt, Recht, Moral und Frieden zu einem Komplex, in dem alles mit allen
verknüpft ist, so dass die Begriffe nie scharf abgrenzbar sind.
Mensch
Moral
Lokale Links:
Texte
zu Moral
N
Naturgesetze
Die Wirklichkeit ist offenbar
erschreckend chaotisch. Wir versuchen, uns dadurch zu retten, daß
wir uns von ihr ein vereinfachtes Modell entwerfen, mit dem wir umgehen
können. Dabei hilft uns die Tatsache, daß ähnliche Dinge
sich in ähnlicher Umgebung ähnlich verhalten. Es gibt ja keinen
Grund, daß sie etwas anderes tun. Wenn wir wissen, welche Art Ding
wir vor uns haben, können wir erwarten, daß es sich artgerecht
verhält - als ob es einem Gesetz folgte. So wird die Zukunft für
uns in etwa berechen- und beherrschbar. Die "Naturgesetze" sind also Hilfskonstruktionen
unseres Denkens. Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern so, wie
wir sie uns in unserem Gedankenmodell zurechtlegen. Keiner unserer Pläne
ist vor Überraschungen sicher.
Neuronale
Netze
O
Optimierung
P
Politiker
Es ist nicht Aufgabe der
Politiker, dem Volk seine Augenblickswünsche zu erfüllen, sondern
herauszufinden und zu tun, was die Menschen wollten, wenn sie die Informationen
eines Spitzenpolitikers mit seinen kundigen Beratern hätten und dazu
genügend Zeit, über die anstehenden Probleme nachzudenken. Wer
als Politiker eine vernünftige Maßnahme durchsetzt, macht vernünftige
Politik, mag sie auch den Bürgern nicht gefallen. Er sollte nicht
vor dem Unmut der Wähler zurückschrecken, sondern sie überzeugen.
Gelingt ihm das, wird er trotz seiner Politik wiedergewählt - wenn
nicht gar ihretwegen erst recht, denn nichts überzeugt mehr als Erfolg.
Q
R
S
Schmetterlingseffekt
Nicht die Unüberschaubarkeit
der Welt allein macht sie unberechenbar, sondern noch mehr die Tatsache,
dass sie von zahllosen Verzweigungspunkten durchsetzt ist, an denen eine
unmessbar kleine Verschiebung der Gewichte darüber entscheidet, welchen
von zwei oder mehr möglichen Pfaden ein System einschlägt. Der
Fingerdruck eines Weichenstellers bestimmt, ob ein Zug mit tausend Menschen
und vielen hundert Tonnen Gewicht etwa von Köln aus nach Berlin oder
aber nach Paris oder Mailand fährt. In der Wetterkunde spricht man
zwar scherzhaft, aber doch mit sehr realem Hintergrund, vom "Schmetterlingseffekt":
Wenn in Tokio ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, kann
er in einer labilen Umgebung bewirken, dass ein Taifun, der auf die chinesische
Küste zu rast, abgelenkt wird und in den Nordpazifik abdreht. Darum
sind Wettervorhersagen über, sagen wir, fünf Tage hinaus fragwürdig,
selbst dann, wenn sie mit den schnellsten Computern der Welt berechnet
wurden. Meistens ist irgendwo ein "Schmetterling" versteckt, der für
Überraschungen sorgt. Das gilt nicht allein für die Wetterkunde,
sondern für alle Lebensbereiche, besonders für die Politik: Schnell
kann es aus nichtigen Gründen zu Streitigkeiten kommen, die sich zu
Kriegen auswachsen bis hin zum Einsatz von Nuklearwaffen.
Sittliches Subjekt
Das sittliche Subjekt ist
das, was übrig bleibt, wenn man den Menschen aller materiellen Attribute
entkleidet: der Wesenskern des Menschen, Orientierungszentrum und Aktionsquelle
(D. Laing), die punktförmige, nicht ausgedehnte Mitte unseres wahren
Selbst. Was nun dieser Wesenskern ist, ob Geist, Materie oder was sonst,
ist letztlich eine transzendentale Frage. Solange man unterstellt, der
Geist sei nur eine Nebenerscheinung materieller Vorgänge, kann man
nicht ausschließen, dass auch die sittlichen Entscheidungen deren
zwangsläufige Ergebnisse darstellen und das sittliche Subjekt eine
Täuschung ist. Dann wäre die Freiheit ein leerer Wahn. Diese
These lässt sich zwar nicht widerlegen, aber ebenso wenig beweisen.
So unbefriedigend das für einen wissenschaftlich denkenden Menschen
auch sein mag: Es bleibt nichts anderes übrig, als sich dafür
oder dagegen zu entscheiden.
System
T
transzendent(al)
Transzendental sind solche
Sachverhalte, welche die Grenzen unserer Erkenntnis berühren oder
überschreiten. Ein Sachverhalt ist transzendent, wenn er jenseits,
und immanent, wenn er diesseits der Grenzen unserer Erkenntnis liegt. Transzendental
ist ein Sachverhalt auch dann, wenn er die Grenzen unserer Erkenntnis berührt,
so dass wir nicht "dahinter kommen".
Beispiele: Ob das Ich ohne
seine materielle Grundlage auskommt, etwa weil es geistige Substanz besitzt,
ist eine jener transzendentalen Fragen, auf die man auf wissenschaftlichen
Wegen vielleicht nie eine schlüssige Antwort findet, wie es auch bei
diesen Problemen der Fall ist: Was ist Leben? Was ist Schlaf? Was ist Schwerkraft?
Gibt es mehr als ein Universum? Ist der Mensch eine rein materielle Kreatur,
die erst durch Tod und Auferstehung zum Geist wird?
Lokale Links: Texte
zu Chaos
U
V
W
X
Y
Z
Zeit
Zwang
Zwang ist jeder Eingriff
in die materiellen, informationellen und sozialen Bezüge einer menschlichen
Person gegen deren Willen. |
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